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Geschichte der Pfarrkirche

Laut Jahrzeitbuch der Pfarrkirche Schnifis lassen im Jahre 1426 die beiden Geschwister Leonhard und Anna Getzner auf dem väterlichen Boden eine Kapelle erbauen. Am 27. August 1496 wird sie vom Churer Bischof Heinrich VI. zu Ehren des hl. Achatius, des hl. Einsiedlers Antonius und der hl. Jungfrau und Märtyrin Barbara geweiht. Der Pfarrer von Schnifis müsste an bestimmten Tagen auch Gottesdienste in Düns halten. Im übrigen gehörte Düns und Dünserberg seit 1340 kirchlich zu Schnifis. Das Verhältnis zwischen Schnifis und Düns ist stets getrübt. Düns fühlt sich von Schnifis übervorteilt in allen Belangen. Aus diesem Grunde strebt Düns die Errichtung einer Expositur, d.h. einer Tochterkirche an. Als das Schiff der Kirche zu Schnifis im Jahre 1817 verlängert werden soll, wollen die Dünser ihre Leistungen geregelt wissen. Vor einer gerichtlichen Kommission wird am 5. Mai 1816 ein Vergleich abgeschlossen. Danach dürfen die Dünser und Dünserberger nur zur Fronarbeit angehalten werden, nicht aber zu Geldleistungen. Überdies verpflichtet sich Schnifis für den Fall, dass die Expositur zustande käme, 1/3 des Wertes der Fronarbeit an die Expositur zurückzuzahlen.

Die Errichtung der Expositur wurde am 13. November 1823 unter gewissen Bedingungen bewilligt. Der Expositus war aber nicht selbstständig, sondern vom Pfarrer in Schnifis abhängig. So blieben Eheangelegenheiten der Pfarrkirche in Schnifis vorbehalten. Die Dünser und Dünserberger haben die Ortsbeichte in Schnifis abzulegen und auch dort um die Osterzeit das Altarssakrament zu empfangen. Überdies wurde eine dreijährige Sperrfrist für die Wahl eines Expositus gesetzt. In dieser Zeit sollten die zwei Gemeinden das Widum vollständig aufbauen und mit dem Notwendigen versehen. Der eigentliche Stiftsbrief dieser Expositur wurde am 4. Jänner 1824 gerichtlich ausgefertigt dann vom Fürstbischöflichen Ordinariat zu Brixen am 29. Juli gleichen Jahres bestätigt und endlich auch vom k.k. Landesgubernium zu Innsbruck am 27. April 1825 genehmigt.

An dieser neuen zur Pfarrei Schnifis gehörigen Expositur waren folgende Seelsorger angestellt:

Hochw. Leopold Auer: von 1827 bis 1832
Hochw. Conrad Bilgeri: von 1832 bis 1839
Hochw. Kaspar Hilbert: von 1839 bis 1842

Inzwischen trachteten die genannten Gemeinden immer mehr nach einer völligen Lostrennung von Schnifis zur Errichtung einer selbstständigen Pfarrei. Daher richteten sie am 20. Dezember 1836 eine umfassende Eingabe an das k.k. Landesgericht zu Feldkirch, worin sie ihr Bittgesuch hauptsächlich damit begründeten, dass sie bereits „eine ganz neue Kirche samt Pfarrhaus erbaut und dieselben mit allen nötigen Einrichtungen gut versehen, den erforderlichen Friedhof erstellt, für den Mesnerdienst und Unterhalt des künftigen Pfarrers hinreichend gesorgt, und falls noch mehr erfordert würde, sich verbindlich machen, das Erforderliche zusammenzubringen und sich darüber auszuweisen“. Es wurden auch die schlechten  Beziehungen zwischen Schnifis und Düns/ Dünserberg angeführt.

Unterstützt wurde die vollständige Trennung auch vom Pfarrer von Schnifis, dem 83 Jahre alten Dr. Johann Baptist Leone. Ihm werden die steten Zwistigkeiten zuwider geworden sein. Auf diese Anträge hin wurde die Erhebung der Expositur Düns / Dünserberg zu einer selbstständigen Pfarrei mit allerhöchster Entschließung Seiner k.k. Majestät vom 13. November 1841 genehmigt und in Folge eines kreisamtlichen Erlasses vom 27. Dezember gleichen Jahres sowohl die Gemeindevorstehung zu Düns und Dünserberg als auch jene von Schnifis hievon in Kenntnis gesetzt.

Mit Zuschrift vom 12. April 1842 richtete das Bischöfliche Generalvikariat Feldkirch das dringende Gesuch an das Stift Einsiedeln, es möge „bei dermaligem außerordentlichen Priestermangel die neue Pfarrstelle zu Düns ehethunlichst mit einem Stiftskapitularen besetzen“.

Folgende Pfarrherrn waren seit der Errichtung der Expositur Düns / Dünserberg tätig:

P. Gabriel Dossenbach: 1842 bis 1851
P. Peter Damian Inglin: 1851 bis 1856
P. Stephan Gmür: 1856 bis 1862
P. Ägidius Liner: 1862 bis 1871
P. Berchtold Steiner: 1871 bis 1887
P. Jakob Jenny: 1887 bis 1901
P. Cölestin Muff: 1901 bis 1904
P. Josaphat Kuster: 1904 bis 1911
P. Karl Zehnder: 1911 bis 1936
P. Anton Müller: 1937 bis 1942
P. Wilfried  Ellerhorst: 1942 bis 1946
P. Cyrill Menti: 1947 bis 1971
Pfr. Adolf Blum: 1973 bis 1993

Die Expositur Düns / Dünserberg wird seit 1993 von der Pfarre in Schnifis betreut.

P. Augustin Gassmann: 1993 bis 1994
P. Anselm Henggeler: 1994 bis 1997
P. Niklaus Mottier: 1997  

Düns, im Jahre 2006     
Manfred Hartmann, Düns 64, PKR- Mitglied